Menschen bei Dürr

25 Jahre Dürr in Japan

Ersteller des Bildes: ヨーグル

Die Kraft der kleinen Schritte

Vor 25 Jahren gründete Dürr seine japanische Tochtergesellschaft. Heute ist das Unternehmen in Branchen von der Automobilindustrie bis zur Luftfahrt aktiv.  Dazwischen liegen technische Meilensteine, gewachsene Beziehungen und die Erfahrung, dass Vertrauen in Japan mindestens genauso wichtig ist wie innovative Technologien.

Bei der Erschließung von neuen Märkten geht es oft um technische Lösungen, Innovationen und die Frage, wie man sich vom Wettbewerb abheben kann. In Japan spielt jedoch noch etwas anderes eine zentrale Rolle: Vertrauen. Denn das ist häufig die Voraussetzung dafür, überhaupt am Wettbewerb teilnehmen zu können. „In Japan gibt es keine offiziellen Ausschreibungen, wie wir sie aus vielen anderen Märkten kennen. Hier erhält man Ausschreibungen nur durch vertrauensvolle Beziehungen“, erklärt Ladislaus Weissenbacher, der die Entwicklung von Dürr Japan seit der Gründung begleitet hat.

Für ein neu gegründetes Unternehmen bedeutete das vor allem eines: Geduld. Anstatt direkt komplette Lackieranlagen zu verkaufen, konzentrierte sich Dürr in Japan zunächst auf einzelne Komponenten, die auf Fremdroboter montiert wurden. Die Strategie war simpel: Technologie unter Beweis stellen, lokale Kompetenz aufbauen und Schritt für Schritt Vertrauen gewinnen.
 

 

Vom Komponentenlieferanten zum Systempartner

Einer der ersten wichtigen Meilensteine für die junge Landesgesellschaft war ein Auftrag eines japanischen Automobilherstellers über 56 EcoBell-Zerstäuber der ersten Generation. Noch wichtiger als der Umfang des Projekts war jedoch seine Signalwirkung: Es zeigte, dass die Technologie den Anforderungen des japanischen Marktes standhält.

Mit dem wachsenden Vertrauen der Kunden nahm auch der Umfang der Projekte zu. Nach Jahren intensiver Vertriebsarbeit gewann Dürr Japan einen Großauftrag für das Mazda-Werk Hofu 2[CL1.1]. Erstmals lieferte die japanische Tochtergesellschaft nicht nur einzelne Komponenten, sondern ein umfassendes Paket aus Lackier- und Handling-Robotern, einer Reinigungsanlage sowie Systemen für die End-of-Line-Prüfung. Das Projekt markierte einen wichtigen Entwicklungsschritt: vom Lieferanten einzelner Komponenten hin zum Anbieter umfassender Produktionslösungen. Inzwischen unterstützt Dürr Japan nicht nur Kunden aus der Automobilindustrie, sondern auch Unternehmen aus den Bereichen Bahnverkehr, Luftfahrt, Motorradproduktion und Konsumgüterfertigung. 
 

 

Ganz nah dran

Mit dem wachsenden Geschäft baute Dürr auch seine Präsenz in Japan kontinuierlich aus. Vom ursprünglichen Standort in Shin-Yokohama ging es zunächst in die Nähe des Hauptbahnhofs von Tokio und schließlich nach Funabashi. Dort eröffnete Dürr Japan 2014 ein eigenes Test Center. Hinzu kamen ein Vertriebsbüro in Nagoya sowie ein Service-Standort in Hiroshima.

Heute sind bei Dürr in Japan 12 Vollzeit- und einige Teilzeitkräfte beschäftigt. Sie begleiten Kunden über Jahre, leisten technische Unterstützung und pflegen langfristige Beziehungen. Auf diese Weise gelingt es ihnen immer wieder, japanische Kunden von Innovationen zu überzeugen – zuletzt zum Beispiel vom EcoPaintJet Pro. Dieser kommt in der neuen Lackierlinie eines japanischen Automobilherstellers zum Einsatz und wird ihm helfen, den Materialverbrauch und Energieeinsatz zu reduzieren. Auch ein Vierteljahrhundert nach der Gründung gilt: Innovative Technologien schaffen Möglichkeiten, doch Vertrauen entscheidet, welche realisiert werden.